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09. Juli 2009

Mehr Beschwerdemöglichkeiten
im Pflegebereich schaffen

In den Anlaufstellen der Hamburger Patienten-Initiative e. V. erfahren die Beraterinnen täglich von den Nöten pflegebedürftiger Menschen und ihrer Angehörigen. Die Patienten-Initiative engagiert sich daher für eine Verbesserung des Beschwerdemanagements im Pflegebereich. Die Liste der geschilderten Mängel ist lang: Der ambulante Pflegedienst erfährt zu spät von der Krankenhausentlassung, die Versorgung zuhause ist nicht sichergestellt, der Hausarzt bekommt den Entlassungsbericht zu spät, Angehörige finden keinen Arzt, der Hausbesuche macht und die Krankenkasse entscheidet über ein Pflegebett erst Wochen nachdem der Patient verstorben ist.

"Zwischen den ambulanten und stationären Angeboten klaffen Kommunikationslücken und das hat Qualitätsverluste zur Folge, die nicht sein müssten", so Kerstin Hagemann von der Patienten-Initiative e. V. Zur besseren Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Kliniken und Pflegeeinrichtungen gehört auch die stärkere Einbeziehung der betroffenen Patientinnen und Patienten. Sie müssen gut informiert sein, um Entscheidungen für oder gegen ärztliche Maßnahmen zu treffen, wie zum Beispiel das Legen einer Magensonde, oder die Suche eines zuverlässigen Pflegedienstes.

Bei Problemen müssen Betroffene und Angehörige wissen, an wen sie sich wenden können. Die Patienten-Initiative fordert den Ausbau von unabhängigen Beschwerdemöglichkeiten gerade in Institutionen, in denen die betreuten Menschen nicht mehr selbstständig für ihre Interessen eintreten können. In einigen Hamburger Krankenhäusern bietet die Patienten-Initiative mit unabhängigen Vertrauensleuten Hilfe bei der Klärung von Beschwerden. Kerstin Hagemann: "Wir setzen uns dafür ein, dieses erfolgreiche Modell auch im Pflegebereich zu etablieren. Das trägt dazu bei, Schwachstellen zu erkennen und Verbesserungen auf den Weg zu bringen."

Aktuell ist die Beratungsstelle der Patienten-Initiative für Fragen und im Falle von Beschwerden über Leistungsanbieter unter der Telefonnummer
040 279 64 65 für Ratsuchende da.


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